Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser im Tierfutter

 

Der Gesetzgeber sagt, dass auf dem Futteretikett bestimmte Informationen angegeben werden müssen. Dazu zählen unter anderem auch die Inhaltsstoffe. Mengenmäßig sind das Angaben zu den Nährstoffen, die durchschnittlich in 100 Gramm Futter enthalten sind.
Hier einmal ein Blick auf die einzelnen Nährstoffgruppen.
Zum Rohprotein zählen alle stickstoffhaltigen Substanzen des Futters, z.B. Eiweiß, freie Aminosäuren, Alkaloide.
Rohfett steht für den Fettgehalt des Futters und enthält neben Fetten auch fettähnliche Substanzen wie z.B. Carotinoide.
Mit Rohfaser werden alle schwer- oder unverdaulichen Pflanzenfasern im Futter bezeichnet. Denen wird eine verdauungsfördernde Funktion zugeschrieben. Zur Rohfaser zählen z.B. Cellulose und Hemicellulose.
Hemicellulose  ist eine Sammelbezeichnung für wasserlösliche Polysaccharide in pflanzlichen Zellwänden, besonders der Zellen verholzter ( Holz ) Pflanzenteile, die sich nur durch die Behandlung mit konzentrierten Alkali-Lösungen aus der Zellwand herauslösen lassen.
Der Fachbegriff Rohasche stammt aus der Futtermittelanalyse und ist der Teil, der übrig bleibt, wenn das Futter bei Temperaturen um 550° C verbrannt wird. In der Rohasche sind alle  organischen Bestandteile des Futters wie: Salze, organische Stoffe oder auch Silikate und Sand enthalten. Die Vorsilbe “Roh…“  ist nur ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Nährstoffgruppe und nicht um einen einzelnen Stoff oder eine einzelne rohe Zutat handelt.
Die sogenannte “Asche“ besteht größtenteils aus wertvollen Mineralien.
Was bedeutet nun der angegebene Anteil Rohasche im Futter?
Die Rohasche (Mineralien) wird in der Darmschleimhaut des Tieres absorbiert und verstoffwechselt. Wichtig dabei ist allerdings, dass die enthaltene Menge Mineralien ausgewogen ist. Welcher Gehalt an Rohasche für das Tier gut ist, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Beim Hund z.B. nach Rasse, Fütterung, Aktivität, Alter oder Krankheit. Die Richtwerte  von Rohasche liegen bei 2,8 bis 5 Prozent. Ein zu hoher Anteil an Rohasche kann sich allerdings negativ auf die Zähne des Hundes auswirken oder sogar Nierenschäden verursachen. Bei sehr hohem Anteil an Rohasche ist auch die Dichte in diesem Fleisch sehr hoch. So ist es auch verständlich, dass reines Mineralpulver für Hunde  fast ausschließlich aus Rohasche besteht.
Ein wichtiger Baustein für den Zahnstein des Hundes sind Mineralstoffe aus Rohasche. Doch ist bei den beliebten Zahnpflege-Leckerlies und Zahnpflege-Knochen Vorsicht geboten, da hier meist ein hoher Anteil an Rohasche (ca. 8-10 %) zu finden ist. Dieser hohe Anteil trägt allerdings nicht zur Verhinderung von Zahnstein bei, sondern im Gegenteil, er kann den Zahnstein noch fördern.